Ich brauche noch einen Jahresanfang

… oder vielleicht definiere ich mir einen, wenn ich wieder etwas Ordnung in meinem Kopf habe.
Mich bewegt so vieles, was in den letzten Tagen passiert ist und die Bilder in meinem Kopf bekomme ich einfach nicht richtig los.
Nun ja war wohl auch für mich dann starker Tobak, obwohl ich ja schon einiges vertrage.
Irgendwo habe ich gelesen, allen Menschen ist es gleich zu leben und zu sterben und was dazwischen liegt, das kann und muss man selbst beeinflussen und bewusst gestalten.
Alles leichter gesagt wie getan. Das Jahr hat gerade begonnen und ich habe schon einer Beerdigung beigewohnt und stehe fast immer noch unter Schock, weil es ausgerechnet der Neujahrstag war, wo ein lieber Freund der Familie und Nachbar nicht mehr aufgewacht ist.
Diese Beerdigung hatte es auch noch in sich. Während der Beerdigung, beim Herablassen des Sarges, fällt einer der alten Herren, die als Träger mit dabei waren, in das Grab auf den Sarg. Am offenen Grab gab es dann erste Hilfe mit Herzmassage und allem was zur ersten Hilfe gehörte, dann die Schnelle Medizinische Hilfe. Es stellte sich heraus, es war ein Herzinfarkt und der Herr ist auch 2 Tage später leider verstorben.
Diesen Ton des Aufschlages auf den Sarg und das Bild der Aktivitäten um den Mann, vor dem Grab und den Trauergästen war erst einmal völlig unverständlich und grotesk. Nicht nur für mich, für die meisten Gäste. Es wird mich noch eine Weile begleiten und mir tut auch seine Familie sehr leid. Meine lieber Eltern waren auch echt mitgenommen von den Ereignissen, alles gar nicht so einfach.
Nun es gibt ja immer wieder gute und schlechte Zeiten und ich habe gelernt mich immer wieder zu motivieren. Dazu hole ich mir auch Hilfe.
So kam in diesen Tagen auch der Newsletter von Christine Lassen aus dem LET-Verlag. Er war wohl gerade für mich geschrieben…

Wir alle werden im Jahr 2014 Schönes erleben dürfen, und daneben wird es Herausforderungen geben, die es zu meistern gilt. Lassen Sie uns diesen mit der sicheren Gewissheit entgegengehen, dass es keine Situation gibt, die nicht die Lösung bereits in sich trägt.

oder auch diese Worte:

Vertrau darauf, dass nichts geschieht, was dir schaden soll. Sei überzeugt, dass alles, was du erfährst und erlebst, Sinn und Bedeutung in deinem Leben hat, auch wenn du es nicht immer gleich erkennst. Die Erfahrung lehrt uns, dass nicht immer im Leben alles glattgeht. Doch gerade die kleinen und großen Hindernisse und Schwierigkeiten fordern dich auf, deine Stärken zu entdecken und deine Fähigkeiten immer weiter zu entwickeln.

So und davon gehe ich jetzt aus.

Als erstes habe ich kurze Sonnenzeiten genutzt, um meine Blumen zu fotografieren, um schnell neue Bilder in meinem Kopf zu bekommen. Diese möchte ich Euch nicht vorenthalten 🙂 und dann gibt es Rosen für meine Mum, mit der wir heute Ihren 80.Geburtstag feiern. Wir freuen uns darauf, mit Ihr noch viele gute Jahre zu haben, sie ist die Seele unserer Familie.

Wunderschöne Rosen waren nach diese Unglücken meine Begleiter und so gibt es heute meine Rosenstudien 🙂
Schon vor Weihnachten habe ich in meinen Rosenbildern gestöbert und so entstand daraus noch ein Rosenkalender, den Februar seht Ihr hier als Artikelbild und der Rest sind meine Rosenstudien an meinem wunderschönen Rosenstrauß

.

In diesem Sinne bis zu meinem neuen Jahresanfang, wann immer das sein wird.

frau-doktor

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13 Gedanken zu “Ich brauche noch einen Jahresanfang

  1. Jana

    Marion, das ist so böse. Ich weiß schon, warum ich nicht zu Beerdigungen gehe und lieber für mich Abschied nehme. Deine Beschreibung hätte ich lieber nicht lesen sollen, das geht mir jetzt die ganze Zeit im Kopf herum, zumal ich ja auch noch unsere drei Todesfälle von 2013 verarbeiten muss. Das Leben ist echt hart und ich weine ein bisschen den unbeschwerten Jahren nach. Wo sind die bloß geblieben?

    1. Frau Doktor

      Ich glaube manchmal muss man etwas herzlos wirken, um sich zu schützen, um etwas Unbeschwertheit wieder in das Sein zu bekommen. Du bist noch so jung und hast noch soooo viel vor und kannst noch sooo viel schaffen. Es wird schon wieder Jana, vertrau darauf und sammle auch die schönen Momente mehr, damit einen die traurigen nicht so beherrschen. Alles Liebe.

  2. Der Todesfall vom 1. Januar ist sicher traurig, aber einer, wie er zum Lebe dazu gehört. – Der zweite ist schon viel „seltsamer“. Waren die beiden sehr eng befreundet, was ich fast annehme, denn sonst wäre er kein Sargträger gewesen. Vielleicht war es die Aufregung durch die Beerdigung, vielleicht war es auch einfach die körperliche Anstrengung.
    Ich habe ein einziges Mal einen unvorhergesehenen Tod erlebt. Bei einer Fahrradtour ist ein Teilnehmer vom Rad gestürzt und wachte trotz sofortiger Wiederbelebung und Elektroschocks nicht mehr auf. Seine Frau war direkt dabei – er war Mitte 40. Da waren wir auch alle sehr geschockt. Irgendwie zum Glück passierte es gleich am ersten Tag der Tour, so dass wir uns noch nicht kannten und damit die persönliche Trauer noch nicht so groß war. Er war für uns mehr oder weniger ein Unfallopfer, wie man sie immer mal bei Verkehrsunfällen erlebt.
    Ich wünsche dir Kraft und Zeit, diese Gedanken zu verarbeiten, denn verdrängen und vergessen sollten wir sie vielleicht gar nicht so schnell.
    Liebe Grüße zu dir!

    1. Frau Doktor

      Danke liebe Clara. Ich denke eher das sie nicht befreundet waren, vielleicht haben sie sich gekannt, weil sie aus einem Dorf waren. Nein die Träger werden durch das Bestattungsinstitut organisiert und es ist wohl ehrenamtlich dort diese Tätigkeit und es waren alles ältere Herren. Da wird man wohl neu nachdenken müssen in dem Institut, aber wie gesagt er war auch schon älter, was aber an der Situation und den Bildern ja nichts ändert. Nun es ist die Jahreszeit mit weniger Licht und die Natur hat es wohl auch so eingerichtet, das jetzt häufiger Herzen aufhören zu schlagen. Umgehend werde ich mich aber den Lebenden zuwenden, das ist viiiiiiiiiiiel besser. Alles Liebe Clara.

  3. Um Himmels Willen! Das kann ich mir gut vorstellen, daß dich diese zwei Todesfälle sehr erschüttert haben! Ich hoffe, daß du dein Entsetzen gut verarbeiten kannst – vielleicht solltest du therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, damit sich daraus kein Trauma entwickelt – ich hoffe, du verstehst mich jetzt nicht falsch, liebe Marion…
    Deine Rosenbilder sind wundervoll!
    Alles Gute und Liebe!

    1. Frau Doktor

      Danke, meine Liebe, das Leben geht ja weiter und bisher konnte ich mich immer gut selbst aus dem Schlamassel holen, das wird schon wieder.

  4. Das klingt wie eine Szene aus einem Film, unvorstellbar, was das Leben/Schicksal manchmal aus der Tasche zaubert. Hoffentlich muss ich so etwas nicht erleben. Im Gegensatz zu Jana gehe ich auf Beerdigungen, wenn ich einen engen Bezug zu dem Menschen habe. Ich habe mir irgendwann mal vorgestellt, wie es für meinen Mann und meine Tochter wäre, wenn sie allein an meinem Grab stehen müssten, weil sich sonst niemand damit konfrontieren will und es mit sich zu Hause abmacht. Seit dem gehe ich und stelle fest, dass es gut ist, die Trauer oder Anteilnahme zu spüren, aber auch beim gemeinsamen ‚Leichenschmaus‘ damit abzuschließen und zu spüren, das Leben geht weiter, mit all seinen Facetten, Glücksmomenten und Dramen. Nur dass die Endlichkeit immer präsenter wird ist nicht schön.

    Dir tut es bestimmt gut, weiter deine Glücksmomente zu sammeln und wunderschöne Bilder zu machen.

    Liebe Grüße, Conny

    1. Frau Doktor

      Ja also „wie im Film“ das ist wohl richtig. Ja an sich habe ich kein Problem mit einer Beerdigung, wenn ich dem Menschen nahe stehe. Da geht es mir wie Dir und Du hast das gut beschrieben. Die Erinnerungen werden verblassen und das Tagesgeschehen steht wieder im Mittelpunkt.
      Glücksmomente sammeln, das ist immer gut und wird auch weiter gehen 🙂 Danke liebe Conny

  5. Ach her je, so ein Erlebnis würde mich auch noch lange Zeit verfolgen. Da wird einem der Jahresanfang wirklich gerade nicht leicht gemacht.

    Wir hatten zwar kein so einschneidendes Ereignis, bei uns musste die Schwiegermutter am Neujahrstag per Krankenwagen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zum Glück konnte sie nach einigen Tagen wieder nach Hause. Es war „nur“ eine massive Gastritis mit starker Austrocknung und nach einigen Transfusionen ging es ihr dann wieder besser und konnte danach endlich wieder auf den Beinen halten.

    Ich wünsche dir alles Liebe und dass das Jahr nun mit fröhlicheren Dingen weiter geht.

    Liebe Grüße von mir 🙂

    1. Frau Doktor

      Danke Lucie, ja unsere lieben Eltern sind leider auch in einem Alter wo mal etwas schief gehen kann. Gut wenn sich alles wieder einrenkt. Aufregung ist das immer.
      Gehen wir mal davon aus, das es jetzt nur optimistisch und mit fröhlichen Dingen weiter geht 🙂
      Euch auch alles Gute.

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