Black and White

oder meine Probleme mit der Schwarz-Weiß-Fotografie.
Keine technischen Abhandlungen, nein meine ziemlich private Bestandsaufnahme dazu.
Ich wollte mal für mich klären, wann könnte auch ich Fotos in Schwarz-Weiß schön finden.
Grundsätzlich habe ich ein Problem mit Schwarz-Weiß. Schon viele Jahre durfte ich meinen lieben Vater mit seinem Hobby der Fotografie begleiten. So ganz nebenbei, nicht immer so ganz bewusst.
Für uns Kinder war es etwas Besonderes, wenn die Küche in eine Dunkelkammer umgewandelt wurde und wir schon mal mit rein durften, zuschauen, wie ein Foto entstand und ganz gespannt zuschauten, wenn dann endlich das Foto auf dem Papier entstand. Erst noch in dem Fixiergemansche, dann später das Trockenen und Beschneiden. Ja wir konnten dann auch beobachten wie sich das Ganze dann endlich von Schwarz-Weiß zur Farbe entwickelte und ganz langsam verschwand die Dunkelkammer und die Negative wurden eingeschickt, zurück kamen die fertigen Farbfotos. Das war etwas ganz tolles, endlich Farbe für die Fotos.

Ich weiß schon, dass sich heute auch wieder viele mit Analog-Techniken beschäftigen und Schwarz-Weiß das Nonplusultra für den Kunstfotografen ist. Aber mir gefällt das ganz subjektiv eher weniger.
Heute ist die Schwarz-Weiß-Fotografie eine von vielen künstlerischen Möglichkeiten in der Fotografie und sie ist auch postproduktiv möglich.
Geschmäcker sind verschieden und ich bin durch und durch ein Farben-Mensch. Aus meiner Sicht galt die Schwarz-Weiß-Darstellung für mich als nicht geeignet.
Das erste Mal habe ich das in Frage gestellt, als ich Conny Hilker kennen lernte. Conny mag sehr das Schwarz-Weiß als Ausdrucksform ihrer Fotos und ganz ganz viele von Ihr finde ich auch wunderschön.
Beim ersten Mal waren es ihre Architektur-Fotos aus der Hafencity Hamburg, dann ein Portrait welches mich tief beeindruckt hat. Dann gewann sie bei Jana in einem Wettbewerb, wieder war es ein S/W-Foto – The Bonds of Love und es war sehr beeindruckend und wunderschön.
Später dann auch bei den Hochzeitsfotografen immer wieder Motive, die genau S/W als künstlerisches Stilmittel wirklich sehr gut vertragen konnten.
Der Stilpirat ist mit seiner Handschrift da ein wunderbares Beispiel. Auch hier ganz ehrlich, nicht alles finde ich toll, aber da sich über Geschmack nun mal streiten lässt, sehe ich darin keine Widerspruch. Aber es gibt in der Zwischenzeit noch viele andere die mit diesem Stilmittel Hochzeitsfotografie machen. Nur so weit bin ich noch lange nicht. Es ist auch noch nicht mein Ziel. 🙂
In diesen Tagen fing ich dann aber an, immer wieder bei Arbeiten an meinen Bildern auch eine Schwarz-Weiß-Darstellung zu testen.
Mein Versuch das auch bei Texturen umzusetzen beurteile ich erst mal als nicht so richtig gelungen.

federfein

Bei Blümchen, fand ich Farbe doch wirklich ausdrucksvoller.
Heute hatte ich mal wieder Zeit einiges auszuprobieren und fand dann einige Wintermakros, die ich in Schwarz-Weiß ganz gut fand.

Warum?

Die Strukturen der Objekte waren besonders filigran und das Licht unterstützte die Darstellung in S/W ebenso. Also eine passende Komposition zwischen gut strukturiertem Fotoobjekt und passendem Licht, also passendem Hell-Dunkel-Effekten. Das machte mich schon wesentlich zufriedener.

Meine Ergebnisse heute, möchte ich Euch mal zeigen.

Als nächsten werde ich dann mal nach Architekturbildern Ausschau halten, die sich postproduktiv noch in S/W darstellen lassen. Wir haben hier eine Wand im neuen Haus, die soll mit tollen Schwarz-Weiß-Bildern geschmückt werden und wenn irgend möglich, sollen es ja Fotos von mir werden. Also werde ich mich zukünftig noch mal intensiver damit auseinander setzen. Für den Anfang gibt es dann erst mal das Ebook „Zauber der Schwarzweißfotografie“ von Jana uns Susan, denn die beiden bieten das sogar kostenlos an.

In diesem Sinne, eine schöne Woche. Mein erster Termin ist um 5.00 Uhr 🙂 also schnell ins Bett und den späten Besuchern noch eine gute Nacht.

Ich bin gespannt über Eure Meinung zu Schwarz-Weiß 🙂

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11 Gedanken zu “Black and White

  1. Wie habe ich mich gefreut, als Farbfilm auch für mich als Hobbyfotografien mit schmalem Geldbeutel (Schülerin) erschwinglich wurden. In meiner analogen Zeit habe ich dann ausschließlich mit Farbfilm fotografiert.
    Aber die Bilder, die mich bisher am meisten beeindruckt haben, sind schwarz/weiß. Sie reduzieren die Bildaussage auf das wesentliche. Man muss allerdings sehr genau wissen, wie man damit umgeht. S/W-Fotos können auch sehr schnell langweilig wirken. Für mich ist das die hohe Kunst der Fotografie.
    Deshalb danke ich Dir für den Tipp mit dem Ebook. Das werde ich mir heute abend gleich besorgen. Es lohnt sich bestimmt, damit mal wieder auseinanderzusetzen.

    1. Frau Doktor

      Ich habe zu dieser Zeit nicht selber fotografiert, mehr als Randbeobachter des Thema erlebt, aber jetzt wird es für mich immer wieder interessant. Gerade habe ich auch noch ein Projekt bei Kathrin zu diesem Thema entdeckt. Da werde ich mich selbst mal testen 🙂

  2. Hallo Marion!

    Gerade das s/w Foto mit dem Blatt kommt wesentlich filigraner rüber als in Farbe… in Farbe würde der Blick aufs Wesentliche nur ablenken…meine Meinung!
    Und nun meine Statement zu s/w:

    Ich mag die Schwarz-Weiß Fotografie sehr!
    Die Schwarzweißfotografie besitzt für mich und für viele Fotografen eine hohe Anziehungskraft. Durch das Fehlen der Farbkomponente kann man sich mehr auf Bildkomposition und Bildaussage konzentrieren. Ich finde, die Fotos wirken oft distanzierter und künstlerischer. Bei einigen Motiven z. B. bei Portraits, Tieren oder Architektur, da wirkt schwarz- weiß besonders gut.
    Manchmal rette ich meine Bilder, die zu mau geworden sind, mit meinem Fotoprogramm in schwarz-weiß.

    Liebe Grüße

    Anne

  3. Hi, bei mirmwar das ganz anders: meine Eltern haben überhaupt keine Ader für Kunst, Bilder o. ä. Sie haben mit einer kleinen Ritsch-Ratsch-Kamera Erinnerungsfotos geschossen, im Urlaub oder auf Familienfeiern und die waren schrecklich bunt, solange sie Farbe hatten, denn meist verwandelte sich das ganze schnell in ein verblasstes, gelbstiches Etwas. Damals bewunderte ich s/w-Portraits, die man manchmal in der Zeitung sah. Bilder wollte ich auch machen und so habe ich gezeichnet, natürlich in s/w. Als wir Siebdruck in der Schule hatten, erstellten meine Schulkameraden große Poster in den poppigsten Farben, meine Bilder waren s/w. Das setzt sich übrigens in meinem Kleiderschrank fort, da gibt es viel schwarz, grau und ein bisschen weiss ;-).

    Ich mag fast immer die s/w-Varianten lieber, aber es gibt auch Ausnahmen. Bei Blüten kommt es fast immer einer Abstraktion gleich, wenn die Farben wegfallen, das muss man mögen und das mag auch ich nicht immer. Man muss sich ziemlich reduzieren, wenn man auf Farbe verzichtet. Viele der beliebten Presets, die zauberhafte Tonungen auf Bilder bringen, fallen weg. Die Motive stehen im Vordergrund, nicht die Farbstimmung. Kein Wunder, dass ich z. B. Sonnenuntergänge doch fast immer farbig umsetze, denn das macht sie aus, das ist das Schöne, das Faszinierende.

    Deine Bilder in diesem Artikel gefallen mir ausgesprochen gut. Das Eiszapfenbild ist übrigens ein gutes Beispiel für ein Motiv, welches sehr gut in beiden Varianten funktioniert. Ich habe ja auf fb die Blaue gesehen und die ist ebenso toll wie die schwarzweiße.

    Fazit: Ich liebe s/w, aber auf Farbe möchte ich nicht ganz verzichten.

    Es freut mich, dass meine Bilder dich inspiriert haben und dass du das hier erwähnt hast :-). Umgekehrt ist es heute auch so gewesen. Ein Rosenbild ist entstanden. Werde ich demnächst posten.

    Liebe Grüße

    Conny

    1. Danke das Du so ausführlich geantwortet hast 🙂 Ich freu mich sehr, das wir uns gegenseitig inspirieren konnten. Gut das es das Internet gibt, sonst hätten wir uns vermutlich nicht getroffen 🙂

  4. Pingback: Schwarzweiß-Fotografie? Na ja, vielleicht | Pyrolirium

  5. He.ute

    Oh schwarz&weiß finde ich auch sehr schwierig. In vielen Bildern wirkt das auf mich oft trostlos, gerade bei Architektur und Street frage ich mich oft ob die Fotografen so melancholisch und traurig sind. Farbe vermittelt einfach viel mehr Lebensfreude. In manchen Bildern allerdings finde ich geht nichts anderes als schwarz/weiß oder hell/dunkel, da muss man reduzieren um das wesentliche zu betonen. Beides hat seine Berechtigung, aber ich bin eher ein Fan kräftiger Farben.

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