Schärfen im Detail…

mein neues Makro Objektiv und erste Ergebnisse haben bei Fotofreunden erste Fragen hervorgerufen. Die so ganz weichen Hintergründe und die so scharf wie möglichen Fotoobjekte… und was mache ich, damit das Objekt scharf und der Hintergrund weich bleibt.

Fertig zum Flug...
An dieser Stelle ein kleines Tutorial für die, die es gerne wissen möchten… dieses Fotos habe ich jedenfalls so bearbeitet.

1. Ich fotografiere im RAW-Format, arbeite hier meistens etwas den Weissabgleich nach, der an der Kamera auf automatisch steht noch ein wenig die Tiefen und Lichter angepasst und dann den richtigen Ausschnitt gewählt.

2. Dann das Schärfen: während der RAW-Bearbeitung nehme ich die Schärfe ganz raus und bearbeite das nur in Photoshop. Dort meisten über den LAB-Kanal. Das macht ein ganz vorsichtiges Schärfen möglich. Dazu habe ich mal ein Tutorial gefunden und danach arbeite ich meistens.
Reicht das noch nicht aus, fasse ich mal noch mit dem Hochpass-Filter nach und schaue mir diese Effekte an an. Also Ebene kopieren, dann den Hochpassfilter auf die kopierte Ebene anwenden, nicht so hoch mit den Pixeln eher vorsichtig, dann die Ebenen miteinander verknüpfen. Welche Methode man wählt, auch das sollte man testen. Von Ineinanderkopieren, Weiches Licht oder Hartes Licht, das muss man ausprobieren.
3. Endbearbeitung: Dann verbinde ich diese beiden Ebenen wieder zu einer oder ich mach ein Smartobjekt daraus, das hat den Vorteil das ich auch später noch mal den Hochpass verändern kann, wenn ich möchte. Dann kopiere ich diese Ebene 2 mal, so das insgesamt 3 Ebenen vorhanden sind. Die oberste blende ich aus und die mittlere zeichne ich weich, meistens sind ja nur leichte Weichzeichnungen nötig, die das durch das Schärfen entstanden leichte Rauschen in dem weichen Hintergrund wieder weg machen oder mindern. Dann nehme ich Ebene 3, blende diese wieder ein und lege ein Maske darüber. Dann nehme ich einen weichen Pinsel und bearbeite die Bereiche die die Weichzeichnung enthalten sollen. Vorsichtig, damit keine Ränder entstehen kann man hier auch noch mit der Deckkraft regulieren. Hat man mal zu viel bei der Maske freigelegt, kann man durch den Wechsel der Farbe von Schwarz auf Weiss die Bereiche wieder abdecken. Alles ist also wieder rückgängig zu machen. Danach wird dann ein JPG gefertig und das Foto veröffentlicht. Meistens bei Flickr 🙂

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13 Gedanken zu “Schärfen im Detail…

  1. Hallo, Frau Doktor. Welche Duplizität der Ereignisse. Das habe ich auf einem anderen Blog entdeckt:
    http://frauhanszen.wordpress.com/2010/05/19/ein-letzter-kummerlicher-rest/
    Ich möchte dich gern in mein Blog einladen, weil ich selbst den gestrigen Artikel so schön fand – und keiner liest ihn. Damit es leichter ist, verlinke ich ihn jetzt hier:
    http://chh150845.wordpress.com/2010/05/18/hilfe-mein-balkon/
    Liebe Grüße schickt „Calra“ aus dem verregneten Berliner Süden in den sicher ebenfalls verregneten Randberliner Bereich!

    1. Frau Doktor

      Ich hatte schon gelesen, da ich aber selber gestern zum Friseur war und Stunden zugebracht habe, bis das viel Grau wider abgedeckt war, hatte ich mir keine Zeit zum kommentieren genommen. Ausserdem ja auch noch das neue Objektiv und ich musste noch was arbeiten…. bitte verzeih mir 🙂
      Ich hatte aber schon tüchtig gelacht bei Dir.
      Gerade gibt es bei vielen tolle Fotos von dem Unkraut Löwenzahn 🙂 aber das filigrane ist auch beeindruckend.
      LG und jetzt richtig an Clara

  2. Ich habe das gerade mal ausprobiert, da mir der LAB Modus völlig unbekannt ist. Mit den Schärfeeinstellungen ist bei mir gar nichts passiert, ich musste die viel höher schrauben als angegeben.
    Ich arbeite normalerweise immer mit dem „Unscharf maskieren Modus“ (RGB) und momentan sehe ich zwischen beiden Bearbeitungen (RGB/LAB) keinen Unterschied (ich habe das gerade ausprobiert). Ob ich mit RGB oder mit LAB das „Unscharf maskieren“ mache, hat keinerlei unterschiedliche Auswirkungen auf das Bild. Beide werden gleich geschärft.

    1. Frau Doktor

      hmm also ich fand das nicht immer gleich, mittels LAB liess sich für meine Begriffe bei manchen Fotos besser oder eher sauberer schärfen. Aber das ist wohl auch sehr von der Größe und dem Fotos abhängig. Ich mache es vor allem bei Fotos mit ruhigem Hintergrund. Manchmal hatte ich mich auch gefragt warum erst im LAB aber das hängt wirklich auch vom Motiv ab.
      Ich schärfe jetzt eh in mehreren Stufen, damit es nicht zu viel wird und nach her so Ränder entstehen.

  3. Also das neue Objektiv kann anscheinend was *ggg* … das Bild ist klasse, auch wenn mir persönlich der Weg dorthin per Bearbeitung vieeeeel zu kompliziert ist. Da fehlt es mir eindeutig an Geduld für solch eine Bearbeitung *uff*

  4. Fein, die ersten Bilder lassen ja schon großes erwarten 🙂 Brennweite und Lichtstärke Deines Objektivs sind fast identisch mit dem Objektiv von Tokina, was ich mir im letzten Jahr gekauft hatte. Ich habs nicht bereut 🙂

    1. Frau Doktor

      Ich gebe zu, das von Sigma hatte ich auch in der Hand, es war ja deutlich günstiger, dann hat man mich wegen dem Bildstabilisator doch überredet. Mal schauen, ob es das wert war *lach* aber ein bischen muss ich mit einer Festbrennweite noch üben.
      Ich habe bei Flickr einen Kontakt, der macht auch geniale Fotos mit dem Tokina und der 100ter Brennweite. :-9

  5. Bisher mache ich alle noch Photos noch als jpg.
    Ich traue mich an das raw Format nicht ran.
    Es hat mir mal jemand gesagt, er würde jedes Bild im raw Format ca. 1 Stunde nachbearbeiten, das nimmt mir die Lust das auszuprobieren.
    Und wenn ich mir Deine Beschreibung durchlese, dann klingt das alles sehr schwierig.
    Ob ich das jemals erlernen werde?
    LG
    Agnes

    1. Frau Doktor

      Ach Agnes, das solltest Du einfach mal ausprobieren. Wenn ich solange bräuchte hätte ich auch keinen Spass mehr. Die Zeit brauche ich ja dann für die künstlerische Bearbeitung. Das mit dem RAW mache ich schneller, je öfter umso schneller. Nur wenn mal die Ausgangsbedingungen schlecht waren, dann kann es mal etwas dauern. Ich arbeite da mit RAW-Programme von Adobe-Bridge und das ist ziemlich selbst erklärend und man lernt es ganz schnell.
      Nach Pfingsten suche ich Dir mal einiges raus, da kannst Du mal nachlesen oder schauen. Die Diskussion hatten wir in unserem Fotoforum auch schon und die gibt es ganz oft. Aber immer dann wenn die Verhältnisse nicht so optimal sind bin ich froh mit RAW zu fotografieren.

    2. Bis vor einem halben Jahr habe ich auch nur mit jpg gearbeitet, weil mir RAW im Jahr 2003 als ich mit der D70 anfing total verleidet wurde. Leide rhatte ich nicht mitbekommen, dass die Software für RAW immer besser und benutzerfreundlicher wurde. Seit einem halben Jahr fotografiere ich nur noch mit RAW und ärger mich, das seit 2003 alles nur in jpg vorliegt, weil die Bearbeitungsmöglichkeiten um sovieles größer sind. Probiere es einfach aus, ich habe es auch von heute auf morgen getan. Falls dir Bücher liegen, könnte ich dir das empfehlen: http://www.databecker.de/shop/buecher/bildbearbeitung/raw-entwicklung-mit-camera-raw-und-photoshop.php Es ist zwar schon etwas älter, aber immer noch allgemeingültig und ich habe damit auch in den letzten Monaten geübt.
      Ich kann dir nur sagen, wenn du es einmal gemacht hast, wirst du nie wieder mit jpg’s arbeiten 🙂 Mit der einen Stunde das stimmt nicht, das brauche ich für aufwändige Composings in PS, aber niemals in Camera RAW.
      VG Jana

  6. Glückwunsch zum neuen Obkjektiv und zu dem gelungenen Foto. So oder ähnlich läuft der Workflow es bei mir auch ab – aber nur, wenn die Möglichkeiten von Camera-Raw nicht ausreichen. Wenn es geht, speichere ich die Originalgröße direkt von dort. Den Lab-Modus benutze ich auch öfter mal, es gab da vor 2-3 Jahren mal einen Artikel in einer Fotozeitschrift.
    Das RAW-Format möchte ich ebenfalls nicht mehr missen – habe früher oft auch die jpgs bearbeitet – der Aufwand ist also ähnlich.
    LG pETRA

  7. WOW! Wirklich toll. Wenn alles gut geht, bekomme ich mein neues Makroobjektiv spätestens am Samstag in die Hand:-) Ergebnisse folgen natürlich zügig:-)

    Wollte mir schon immer mal angewöhnen, in RAW zu fotografieren, ich glaube, langsam aber sicher fange ich damit an:-)

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