Blogjuleklapp – heute bei uns zu Besuch….

… Nadine oder besser Halliway mit Ihrem Beitrag. Ein toller Beitrag, der auch sehr gut gerade in die Zeit passt, in jeder Hinsicht und ich sag mal schon jetzt Danke 🙂
Aber lest selbst….
Ich habe lange überlegt, über was ich im Rahmen von Konna’s Blog Julklapp als Gastautor auf Frau Doktors Blog schreiben könnte. Über ein Thema, das thematisch zu meinem Blog und zum Gastblog passt oder über etwas ganz Anderes?
Ich habe mich für Letzteres entschieden. Ich möchte Euch etwas über meine Märchenstadt erzählen. Wo sie liegt und welches Märchen uns berühmt gemacht hat. So kurz vor Weihnachten fand ich die Idee gar nicht so schlecht.

In diesem Artikel geht es also nicht um eine frei erfundene Stadt, nein nein, diese Stadt gibt es wirklich. Sie nennt sich Buxtehude, liegt in der Nähe von Hamburg, sozusagen am südlichen Rande des Alten Landes im wunderschönen Landkreis Stade in Niedersachsen. Wir sind mit ca. 40.000 Einwohner sogar die zweitgrößte Stadt des Landkreises.

Einige von euch haben bestimmt schon mal die Süddeutsche Redewendung gehört „geh doch nach Buxtehude“ oder „scher dich nach Buxtehude, wo der Pfeffer wächst.“ Einige Buxtehuder könnten euch das übel nehmen, die doch schlauen Einwohner wissen, das mit dem Ausspruch nicht die reale Stadt Buxtehude gemeint, sondern ein weit entfernter, unbekannter Ort.
Man sagt im Zusammenhang mit Buxtehude auch gerne „dort bellen die Hunde mit dem Schwanz“. Dieser Spruch stammt aus dem Niederländischen „De Hunten bellen“ was soviel heisst wie „Die Glocken läuten lassen“.
„Hunte“ oder auch plattdeutsch für „Steert“ ist eine Bezeichnung für den Klöppel der Glocke, und „bellen“ soll soviel wie klingen, schellen oder läuten bedeuten. Im englischen heisst Glocke ja auch „Bell“.

Zurück zum eigentlichen Thema. Das Märchen vom Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel, welches zu den Ältesten überhaupt zählt, wurde in seiner endgültigen Form 1840 von Wilhelm Schröder ( 1808-1878 ) aus Oldendorf bei Stade in niederdeutscher Mundart geschrieben und am 26.
April 1840 zum ersten Mal in der Zeitschrift „Hannoverisches Volksblatt“ abgedruckt. In dieser Fassung übernahmen es die Gebrüder Grimm in ihre Sammlung. Seit Ende 2007 können wir sogar stolz behaupten, dass Buxtehude der Deutschen Märchenstraße angehört.

„Disse Geschicht is llögenhaft to vertellen, Jungens, aver wahr is se doch! Denn mien Grootvader, van den ick se hew, plegg jümmer, wenn he se mi vörtüerde, dabi to seggen: Wahr mutt se doch sien, mien Söhn, annders kunn man se jo nich vertellen!“ („Diese Geschichte ist ganz lügenhaft zu erzählen, aber wahr ist sie doch. Denn wenn mein Großvater sie erzählte, sagte ich immer: „Wahr muß sie doch sein, denn sonst könnte man sie ja nicht erzählen.“)

Bei dem Märchen vom „Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel“ macht sich der Hase bei einer zufälligen Begegnung mit dem Igel über dessen schiefe Beine lustig, woraufhin dieser ihn zu einem Wettrennen herausfordert. Als Einsatz gilt ein goldener „Lujedor“ (Louis d’or) und eine Flasche Branntwein. Bei der eigentlichen Durchführung des Rennens auf dem Acker läuft der Igel nur beim Start ein paar Schritte und hält dann an. Er weiss ja, dass er keine Chance gegen den Hasen hat. Also plaziert er seine ihm zum Verwechseln ähnlich sehende Frau ans Ende der Ackerfurche. Als der siegesgewisse Hase also kurz vorm Ziel ist, erhebt sich Frau Igel und ruft ihm zu „Ick bün al dor“ (Ich bin schon da). Der Hase versteht nicht, wie er gegen den Igel verlieren konnte und verlangt Revanche und führt insgesamt 73 Läufe mit stets dem selben Ergebnis durch. Beim 74. und letzten Rennen bricht der Hase dann erschöpft zusammen und stirbt.

Seit jener Zeit hat es sich kein Hase wieder einfallen lassen, mit einem Buxtehuder Igel um die Wette zu laufen. Die Lehre aber aus der Geschichte ist: Erstens, keiner, auch wenn er noch so vornehm ist, soll auf den Gedanken kommen, sich über einen einfachen Mann lustig zu machen, und wäre der auch nur ein Igel. Zweitens, es ist gut, wenn einer heiraten will, dass er sich eine Frau von gleicher Herkunft wählt und die genauso aussieht wie er selber.

„Wer vun juuch also en Swinegel is, de mutt tosehn, dat siene Fro ook en Swinegel is.“

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4 Gedanken zu “Blogjuleklapp – heute bei uns zu Besuch….

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